Wenn eine Werkstatt einen Zylinderkopf, eine Kurbelwelle oder ein Getriebe tauscht, ist die Reparatur abgeschlossen, das Bauteil aber noch nicht. Wohin es als Nächstes geht, entscheidet darüber, ob es als Schrott, als Rohstoff oder als funktionierendes Bauteil in einem anderen Fahrzeug endet. In unserem ersten Artikel zu Nachhaltigkeit und Wartung von Dieselfahrzeugen haben wir die fachgerechte Verwertung und das Recycling ausgetauschter Teile als einen von vier wichtigen Bereichen genannt. Dieser Artikel zeigt, wie das Recycling von Altteilen beim Lkw in der Praxis für vier der schwersten und wertvollsten Bauteile eines Dieselfahrzeugs abläuft.
Drei Wege für ein ausgebautes Teil
Jedes ausgebaute Teil folgt einem von drei Wegen, in dieser Reihenfolge:
- Wiederverwendung: Das Teil ist noch in Ordnung und geht, geprüft oder unverändert, zurück in den Einsatz.
- Aufarbeitung: Das Teil ist verschlissen, aber Guss oder Schmiedeteil sind intakt. Es wird bearbeitet, mit neuen Verschleißteilen versehen und geprüft.
- Stoffliche Verwertung: Das Teil ist nicht mehr zu retten. Das Metall wird zurückgewonnen und der Industrie wieder zugeführt.
Wer ein Teil verschrottet, das Weg eins oder zwei hätte gehen können, verschwendet die Energie und das Material, die in der Herstellung stecken. Deshalb sollte ein Teil bewertet werden, bevor es entsorgt wird, nicht danach.
Zylinderköpfe: geprüft, bearbeitet, wieder im Einsatz
Ein Zylinderkopf ist ein großes Gussteil, das Ventile, Ventilsitze und Injektoren sowie die Kühlmittel- und Ölkanäle aufnimmt. Er wird meist nach Überhitzung, einer defekten Zylinderkopfdichtung oder einem beschädigten Ventil ausgebaut, und in vielen dieser Fälle ist das Gussteil selbst noch verwendbar.
Ein ausgebauter Kopf wird gereinigt, auf Risse abgedrückt und an der Dichtfläche auf Ebenheit geprüft. Besteht er die Prüfung, können die Dichtfläche im zulässigen Rahmen plangeschliffen, Ventilsitze und Ventilführungen erneuert und die Ventile nachgeschliffen werden. Danach geht der Kopf als Gebrauchtteil oder aufgearbeitetes Teil zurück in den Einsatz. Ein Kopf mit Rissen zwischen den Ventilsitzen oder im Wassermantel geht in die stoffliche Verwertung, wo das Gussteil eingeschmolzen wird. Was verfügbar ist, sehen Sie in unserer Kategorie Zylinderköpfe.
Motorblöcke: die Basis für den Wiederaufbau
Der Motorblock, also das Kurbelgehäuse, ist das schwerste Einzelteil des Motors und die Basis, auf der alles andere aufbaut. Selbst nach einem schweren Motorschaden ist der Block oft nicht das Teil, das ausgefallen ist.
Ein Block wird gereinigt, auf Risse geprüft und an Zylinderbohrungen, Lagergasse und Zylinderkopf-Dichtfläche vermessen. Je nach Bauart und Ergebnis werden die Zylinder gehont oder mit neuen Laufbuchsen versehen, die Lagergasse wird gespindelt und die Dichtfläche plangefräst. Danach kann der Block wieder zum Rumpfmotor (Short Block) oder Teilmotor (Long Block) aufgebaut werden. Nur ein Block mit Rissen in tragenden Bereichen oder im Wassermantel wird stofflich verwertet. Welche Blöcke derzeit verfügbar sind, zeigt unsere Kategorie Motorblöcke.
Kurbelwellen: einmal geschmiedet, oft genutzt
Eine Kurbelwelle ist ein geschmiedetes Stahlbauteil und eines der teuersten Einzelteile des Motors. Sie wird häufig wegen eines Lagerschadens, eines Problems in der Ölversorgung oder eines Schadens an anderer Stelle im Motor getauscht, nicht weil die Welle selbst am Ende wäre.
Eine ausgebaute Kurbelwelle wird gereinigt und auf Risse, Geradheit und Lagerzapfenmaße geprüft. Liegen die Zapfen innerhalb der Toleranz, kann die Welle als Gebrauchtteil weiterverwendet werden. Sind sie verschlissen, lassen sie sich oft auf Untermaß schleifen und mit passenden Lagern kombinieren. Nur eine Welle mit Rissen oder tiefen Schäden geht in die stoffliche Verwertung, wo der Stahl eingeschmolzen und neu genutzt wird. Was verfügbar ist, sehen Sie in unserer Kategorie Kurbelwellen.
Getriebe: Gehäuse und Zahnräder überdauern den Lkw
Das Getriebe zeigt gut, warum Wiederverwendung besser ist als Verschrottung. Gehäuse, Wellen und Zahnradsätze sind auf eine sehr lange Lebensdauer ausgelegt, und oft beschränkt sich der Schaden auf ein Bauteil: eine verschlissene Synchronisierung, ein beschädigtes Lager oder ein undichter Wellendichtring. Ein Getriebe aus einem Unfallfahrzeug mit wirtschaftlichem Totalschaden ist mechanisch häufig völlig in Ordnung.
Ein solches Getriebe wird entleert, geprüft, durchgedreht und auf Spiel kontrolliert. Wo nötig, werden Verschleißteile erneuert, und es wird als gebrauchte oder aufgearbeitete Einheit verkauft. Nur Gehäuse mit Rissen oder starkem Verschleiß in den Lagersitzen werden als Metall verwertet. Wenn Sie Ersatz brauchen, sehen Sie sich unsere Komplettgetriebe an.
Was recycelt wird und was nicht
Recycling ist kein Pauschalrezept. Nach unserer Erfahrung gilt:
- Gut geeignet: geschmiedete und gegossene Bauteile, Zylinderköpfe, Motorblöcke, Gehäuse, Kurbelwellen, Nockenwellen, Zahnradsätze, komplette Getriebe.
- Nur stoffliche Verwertung: gerissene Gussteile, Köpfe und Blöcke mit beschädigtem Wassermantel, Teile mit nicht messbarer Ermüdungsschädigung.
- Nie wieder eingebaut: sicherheitskritische Verschleißteile wie Bremsbeläge, Riemen, Filter und Dichtungen.
Warum das für Ihren Fuhrpark wichtig ist
Für Flottenbetreiber sind recycelte Teile nicht nur eine ökologische Entscheidung. Sie sind meist schneller verfügbar als ein Neuteil vom Hersteller, sie kosten weniger, und sie halten ein älteres Fahrzeug im Einsatz, statt einen vorzeitigen Ersatz zu erzwingen. Das Metall muss nicht erneut aus Erz gewonnen werden, und die Energie, die in das Originalteil geflossen ist, geht nicht verloren. Wie wir gebrauchte Komponenten prüfen und aufarbeiten, lesen Sie in unserem Artikel über die zweite Chance für gebrauchte Lkw-Teile.
Fragen Sie uns nach Ihrem Teil
Nennen Sie uns Teilenummer, Motortyp oder Fahrgestellnummer des gesuchten Bauteils. Wir prüfen die Verfügbarkeit und alle Zustandsvarianten, ob gebraucht, aufgearbeitet oder neu. Ihr Angebot erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden.